¡Ngiatore Maey!
19 April, 2009
(Was auf Ngöbe soviel bedeutet wie Guten Tag)
Liebe Blog-Freunde,
Nach nun einer sehr langen Wartezeit gibt es endlich mal wieder etwas Neues von uns. Es gab in den letzten Wochen sehr viel zu Arbeiten, deswegen sind wir nicht zum Schreiben geommen.
Das von uns mitorganisierte Projekt eines Wassersystems in dem Bergdorf „Las Filipinas“ stand in den Startlöchern. So hiess es also mal wieder den Rucksack gepackt und ab in die Berge. Nach „Las Filipinas“ sind es etwa drei Stunden fahrt, da der alte Weg überholt wurde und nun gut passierbar ist. Der Weg führt auf einem Bergkamm entlang von dem man nur zu Fuss in das Dorf hinabsteigen kann, was etwas eine dreiviertel Stunde dauert. So konnten die Materialien auch nur bis zu diesem Punkt transportiert werden (was schon reichlich schwer war, da ein LKW mit Vierradantrieb alles anliefern musste und dabei auch schon seine Schwierigkeiten hatte). Die restliche Strecke ins Dorf wurden die Materialien von den Dorfbewohnern getragen. So sah man eine lange Katte von Materialien, die sich den Berg hinab schlängelte, und wirklich jeder, der konnte, hat geholfen.

Blich auf Filipinas
Am schwierigsten war der Transport der drei grossen Tanks, die jeweils sechs Männer mit Hilfe von Bambusstangen die Engen Bergwege hinunter schlepten.

TAnktransport
Wir selber halfen natürlich auch, soweit es mit unserem eigenen Gepäck noch möglich war. Weiterhin mussten wir zwei Kanister mit Trinkwasser sowie ausreichend Nahrung für eine Woche mitnehmen. Wir schliefen im Dorf in der Schule, welches das einzige Gebäude aus Stein im Dorf ist. Da zur Zeit noch Schulferien waren, konnten wir leider nur einen Klassenraum als Schlafraum beutzen. Das Kochen nahm uns eine Einheimische ab, die neben der Schule wohnte, da wir nicht wirklich Zeit und Praxis hatten um mit Brennholz zu kochen. Das Problem war leider, dass diese Frau weder Ahnung hatte wie man Spagetti noch Dosenfleisch zubereitete. Also mussten wir vor jeder Mahlzeit ersteinmal (meist mit Händen und Füssen) erklären, wie man die jeweilige Speise zubereitet. Die Verständigung auF spanisch war manchmal nur bedingt möglich, weil gerade die älteren Dorfbewohner nur ihre einheimische Sprache, das Ngöbe (gesprochen wie „Nobbe“) sprechen.

auch die Kleinsten helfen
Die Arbeit begann nach einer kurzen Besprechung mit den Einheimischen über das Projekt am Dienstag morgen. Wir waren sehr positiv überrascht, wie viele Leute uns halfen. So fanden sich meist etwa 20 tatkräftige Männer aus dem Dorf ein, die uns zur Hilfe standen. Die ersten Tage waren sehr beschwerlich, da wir bis zur Quelle der neuen Wasserleitung ersteinmal 20 Minuten Aufstieg hinter uns bringen mussten. Von der Quelle aus wurden dann die ersten vier Tage Rohre verlegt. Eine Gruppe hackte den harten Boden auf und hob einen Graben aus, die zweite Gruppe legte das Rohrstück hinein und verklebte es mit dem vorigen und die dritte Gruppe füllte den Graben wieder. Dies hört sich recht simpel an, nur in der Parxis war es um einiges schwerer, da der Boden meist aus sehr grossen Steinbrocken bestand oder das Gelände so abschüssig war, dass man sich eher an ein Bergsteiger erinnert fühlte, der in einem Steilhang Rohre verbindet.

Im STeilhang

Verlegen der Tubos
In den ersten Tagen kamen wir jedoch sehr rasch voran und konnten, als wir am Samstag aufbrachen, auf einen grossen Teil verlegter Leitung schauen. Der Rückweg war jedoch eine kleine Strapaze, da kein Auto von Cepas zur Verfügung stand. So mussten wir vier Stunden durch die Berge zurückwandern, um an die nächstgelegene Strasse zu kommen wo alle zwei Stunden ein Pick up fährt bei dem wir bis zur Interamericana (die Strasse die durch ganz Panama geht, eigentlich von den USA bis Feuerland) mitfahren konnten, wo wir dann einen Bus bis Santiago nehmen konnten. So kamen wir hundemüde und durstig (da uns das Wasser ausgegangen war) abends in Santiago an.

auf dem Weg
Das Wochenende, oder das, was davon übrig war, verbrachten wir dann mit wäsche Waschen und ausruhen.
Den Montag arbeiteten wir dann wieder am unserm alten Projekt, dem Honighaus mit da eine weitere Reise nach Filipinas sich nicht gelohnt hätte, da am Donnerstag auf Grund der Osterwoche Arbeitsfrei war.
Dienstag und Mittwoch fuhren wir dann in verschiedene Projekte um deren Fortschritt zu besichtigen und Donnerstag abend ging es dann in einen verdienten Kurzurlaub auf dem „Land“ wo wir mit Manuel, dem Sohn unserer Gastmama die Tage bis Sonntag bei Schwimmen im Fluss, Baseball und Kuhtreiben eigentlich viel zu schnell verbrachten.
Am letzten Montag arbeiteten wir dann wieder einen Tag am Honighaus, da der Zement für den Fussboden gemacht werden musste. Für uns hiess das acht Stunden schüppen.
Am Dienstag ging es dann nach Alto Tólica, wo am Mittwoch die Eröffnung der Schule stattfand. Zu diesem Anlass war ein Vertreter des Bildungsministeriums gekommen sowie auch einige Mitarbeiter von CEPAS.

Die neue Schule
Am Nachmittag ging es dann weiter nach Las Filipinas um an der Wasserleitung weiterzuarbeiten. CEPAS hatte einen Maurer organisiert, der während unserer Abwesenheit schon weitergearbeitet hatte. Der Hauptteil unserer Arbeit bestand darin ,die zwei nötigen Brückenkonstruktionen für die Wasserleitung zu bauen. Diese sind wichtig, da zweimal ein Tal überquert werden muss, welches ansonsten den Druck von der Leitung nehmen würde.
Seit letzten Freitag sind wir in Santiago- entspannen und vielleicht auch das ein oder andere Bierchen trinken.
In diesem Sinne, hasta luego
Moritz und Simon

zwei Schatten in der Hitze