¡Ay, Plomo!
19 Oktober, 2008
Nach zwei Wochen ohne Internet gibt es jetzt mal wieder ein Lebenszeichen von uns!
Im Moment sind wir mal wieder für ein Wochenende in Santiago, um nach den vergangenen zwei Wochen ein Paar Besorgungen machen zu können und natürlich unseren treuen Lesern neuen Lesestoff zugeben.
Die vergangenen zwei Wochen arbeiteten wir wieder im Städtchen Calobre auf der Baustelle (siehe letzter Artikel). Der härteste Teil, das Ausheben der Löcher für die Fundamente, war jetzt glücklicherweise geschafft, sodass es jetzt schon an das Ausgiessen mit Beton ging und die ersten Mauern hochgezogen werden konnten.

Auf der Baustelle ging es eigentlich immer recht lusig zu, was natürlich an den netten Arbeitern wie auch an dem ein oder andern freiwilligen Helfer lag. Die Besetzung der Arbeiter variierte stets, da der Padre einige Leute beschäftigte, die aber nicht immer auf der Baustelle eingesetzt wurden. Jedoch waren der Ingenieur Valentin und einige andere Helfer immer da. In den zwei Wochen Arbeit lernten wir diese Leute so gut kennen, dass wir auch nach der Arbeit in Kontakt standen und uns zum Beispiel zum fussballspielen am Abend trafen. Das lustige an dem Dorf Calobre ist, dass es mit etwas über 3000 Einwohnern über ca. 10 Fussbalteams verfügt, also ein recht fussballbegeistertes Dorf ist. Jeden Sonntag werden dann am örtlichen Platz Spiele zwischen den Mannschaften ausgetragen und wer nicht gerade spielt, der schaut eben zu.
Wie gesagt, wurde auf der Baustelle auch viel gelacht und darüber diskutiert, wer der angeblich faulste Arbeiter ist und deshalb den Spitznamen „Plomo“ tragen sollte.
Weiterhin haben wir wieder einige Bräuche der Panamaer mitbekommen, wie zum Beispiel einmal, als einer der Bauarbeiter seine Arbeiter einfach liegen liess als ein Leguan auf der Baustelle zu sehen war, und diesen fing um ihn abends zu essen. Uns wurde auch etwas angeboten, jedoch sah uns die ganze Sache nicht sehr bekömmlich aus, und da diese Tiere in Panama unter Schutz stehen und deshalb auch das frittieren derselben verboten ist, wollten wir uns nicht straffällig machen, wo wir doch jetzt endlich unsere Aufenhaltsgenemigung besitzen.

Das Wetter in den lezten Wochen war leider entsprechend der Regenzeit sehr nass was die Arbeit auf der Baustelle zum einen erleichtert hat, da bei grosser Hitze die Arbeit schwerer fällt als bei Nieselregen (oder bei zu starkem Regen ein Pause eingelegt werden muss), zum andern jedoch auch erschwert, da es wirklich sehr matschig war und die Schubkarren öffters mal im Schlamm stecken geblieben sind. Nachts war man dann auch froh wenn man eine dickere Decke zur Verfügung hatte und der Ventilator mal ausgeschaltet blieb.
Die Abende in Calobre verbrachten wir meistens mit Ausruhen von der doch schon körperlich anstregenden Arbeit vor dem Häuschen in dem wir unsere Schlafgelegenheit hatten. Von dort aus hatte man eine gute Aussicht auf die Geschehnisse des Dorfes und ab und zu auch auf die Leute in der Kneipe die auch gern unter der Woche mal einen über den Durst trinken. Wenn wir uns dann zeitig zu Bett legten, konnten wir begleitet durch die Musik (meistens Tipico) dann langsam in den Schlaf dämmern.
Zur allgemeinen Situation von uns kann man sagen (wichtig besonders für alle Eltern und Svenja), dass es uns sehr gut geht, dass wir uns über jeden Brief der uns in Calobre übermittelt wird sehr freuen (besonders über die Gerüchteküche in Herdecke). Auch die Emails oder Kommentare hier im Blog vom fernen Herdecke (und Umgebung) sind immer eine grosse Freude.
Morgen geht es wieder für 2 Wochen nach Calobre den Bau in die Höhe treiben.
Viel mehr gibt es jetzt auch nicht ,ehr zu schreiben, wir melden uns in ca. zwei Wochen wieder,
Sonnige Grüsse
Simon & Moritz
P.S.: Endlich haben wir jetzt auch unsere Aufenthaltsgenehmigungen- wir verstehen zwar mittlerweile überhaupt nicht mehr, warum das vorher nicht klappte, Hauptsache ist, dasss wir die Papiere jetzt haben.
Erst die Arbeit, dann das Vergnügen
4 Oktober, 2008
¡Buenas!
Ja, was haben wir in den letzten Wochen so getrieben? Alle, die das interessiert, sollten jetzt weiterlesen. Alle, die das absolut nicht interessiert, können ja auf kicker.de gehen und Fussballergebnisse gucken.
Am Dienstag kamen wir also im Städtchen Calobre an. Dann sollten wir auf den Padre warten, bei welchen wir die Woche essen sollten. Wohnen sollten wir aber woanders. Naja, uns wurde dann gesagt, dass der bereits erwähnte Padre in den nächsten 20 Minuten eintreffen sollte. Okay, hätten wir gewusst, dass es sich hierbei um 20 Panama-Minuten handeln sollte, hätten wir in der Zwischenzeit Herr der Ringe oder Ben Hur gucken können. Haben wir aber nicht. Deshalb warteten wir geschlagene zweieinhalb Stunden bis endlich der Padre kam. Wir assen dann mit ihm zu Abend (Hierbei muss erwähnt werden, dass der Padre eine Haushälterin hatte, die recht gut kochen konnte). Später am Abend erfuhren wir dann, wo wir schlafen werden: Bei Checho!
(Es folgt eine kurze Beschreibung von Checho: Checho heisst eigentlich Amparo Pérez, genau wie sein Vater. Er ist 65 Jahre alt, was ihn aber nicht daran hindert, jeden morgen um 5 Uhr aufzustehen, um zur Arbeit auf dem Feld zu gehen. Früher hat Checho geboxt, Baseball gespielt und viel getanzt, heute guckt er nach Feierabend lieber Telenovelas und liest Zeitung. Oder aber er entspannt bei noch mehr Arbeit in seinem Gemüsegarten. Ausserdem ist er einer der liebenswürdigsten Menschen, die wir in Panamá bisher kennen gelernt haben.)
Die folgende Woche, also von Mittwoch bis Mittwoch arbeiteten wir dann auf der Baustelle eines Speisesaals für Kinder in dem die Kinder der Umgebung Sonntags nach der Kirche wenigstens einmal in der Woche etwas Vernünftiges auf die Gabel bekommen. Die Arbeit war ziemlich hart, da sich die Baustelle nicht im Schatten, sondern in der prallen Sonne befand. Dabei dann Löcher für Fundamente auszuheben ist nicht wirklich lustig, aber abends konnten wir dann wenigstens gut einschlafen.
Nach einer Woche Schwitzen, wie ich es im Leben noch nicht getan habe, wurden wir dann von Rafael und Franziska in Richtung unseres ersten Urlaubs in Panama an der Küste abgeholt. Wir kamen dann anch einiger Zeit im Hotel und Ressort „Playa Blanca“ an. Hier erwarteten uns schon Svenja, sowie Timon, der normalerweise in Costa Rica arbeitet, aber seinen Urlaub mit uns in Panama verbrachte.
Der Kontrast zu dem, was wir bisher in Panama erlebt und gesehen hatten, konnte grösser kaum sein: Riesenbuffets, Bars, und Swimmingpools konnten die Unterschiede, die in diesem Land herrschen kaum besser zeigen. Trotz allem muss ich zugeben, dass ich in Playa Blanca, dies für zwei TAge verdrängt habe und wir uns ständig den Bauch vollgeschlagen haben und ständig Cocktails, Bier oder auch mal `ne Cola in den Händen hatten. Franzi machte hier auch Freundschaft mit einem Tukan:

Nach zwei Nächten ging es dann auch schon weiter nach Panama Stadt, wo wir noch in die Migrationsbehörde zwecks unserer Aufenthaltsgenehmigung mussten. Hier trafen wir uns mit Simons Bruder Julian, der im Moment in Panama für die Behörde ANAM arbeitet. Da der Termin in der Migrationsbehörde aber erst am Montag war, konnten wir also das Wochenende mit den Leuten, die wir in Panama-Stadt schon kennen, verbringen. So besuchten wir die Altstadt, die teilweise sehr schön restauriert ist und wo sich auch das Haus des Präsidenten befindet. Aber auch hier zeigt sich PAnama als Land der Kontraste: Nur einige hundert Meter vom Präsidentenhaus beginnt das Ghetto, das nach Einbruch der Dunkelheit mordsgefährlich ist.

Von hier aus hat man jedoch auch einen hervorragenden Blick auf die Skyline von Panama-Stadt:
Zum Abschluss unserer Turisten Führung besuchten wir dann noch den Panama-Kanal. Abends ging es dann in die Diskos der Partystrasse CAlle Uruguay, in der dann wieder Salsa, Merengue und Panama- Raggea bis zum Abwinken angesagt war.
Das mit der Aufenthaltsgenehmigung klappte leider nicht so gut und so verbringen wir seit Montag die Woch in Santiago um Zugriff auf Telefon und Internet zu haben, damit wir uns um die Aufenthaltsgenehmigung kümmern können. Ansonsten ist in den letzten TAgen nicht wirklich viel passiert. Heute Nacht ist dann Timon zurück nach Costa Rica gefahren- wir hoffen, dass wir den Gegenbesuch noch irgendwann antreten können.
Nächsten Montag geht es dann wieder nach Calobre auf die Baustelle, wir melden uns dann in zwei bis drei Wochen wieder.
Ich wünsche allen, die jetzt mit ihrem Studium anfangen viel Erfolg, und allen anderen Gesundheit und gutes Wetter wie in Panama!
Euer Moritz
P.S.: Bevor jemand auf falsche Gedanken kommt: Der Urlaub in Playa Blanca und auch alle anderen Freizeit-Aktivitäten bezahlen wir natürlich aus eigener Kasse- CEPAS oder der Dritte-Welt-Kreis-Panama haben damit nichts zu tun!

