Die letzten 2 Wochen…(Fortsetz.)
16 September, 2008
Sooooo…… Bevor wir mit dem Schreiben hier weiter in Rückstand geraten, gibt es jetzt die Fortsetzung des letzten Berichts und ich verspreche: DIeses Mal mit weniger grammatischen und die die Synatx betreffenden Fehlern!
Alto Tólica
Als wir dann letzte Woche Sonntag in Alto Tólica ankamen, waren wir natuerlich erstmal wieder schön durchgefroren und klitschnass, da wir knapp vier Stunden von Jemé per pedes durch die Berge unterwegs waren. Zahlreiche Bäche, die sich hier in der Regenzeit zu kleinen Flüssen verwandeln, mussten überwunden wurden, so dass auch die Füsse nicht von der Nässe verschont blieben.
An der Schule angekommen, wartete dann auch die bereits erwähnte kalte Dusche auf uns, sonst befand sich niemand in der Schule- die Lehrer fahren jedes Wochenende von Freitag bis Sonntag in die Stadt zu ihren Familien. Den ganzen Nachmittag hoerte es dann auch nicht auf, zu regnen und wenn einem in zwei Metern Abstand Wolken vor der Nase vorbeiziehen, alles klamm ist und dabei ca. 10 Grad herrschen, ist man froh, dass man Pullover und Jacke aus Deutschland mitgenommen hat.
Zur Arbeit, die wir dort oben die Woche über verrichteten: Wir halfen den Grossteil der Zeit, bei der Errichtung eines Beckens für Nassreis, mit integriertem Fischteich, bei der Erde, die hier oben eher Fels gleicht, eine ganz schöne Plackerei, welche dadurch erschwert wird, das nach 3 Stündchen Tropenregen, der Fischteich schon bevor jemand einziehen kann, gefüllt ist. 
Weiterhin halfen wir auch bei der Pflege des Gartens, bei dessen Anlage, Franziska und Svenja geholfen hatten.
Der Schulgarten hat den Sinn, dass die Kinder sehen, dass man auch etwas anderes als Mais und Yuka-Wurzeln anpflanzen kann und dies ihren Eltern erzählen, natürlich bekommen sie in der Schule auch von den ihnen teilweise unbekannten Gemüse zu essen. In der letzten Woche konnten die ersten Bohnen nach nur 40 Tage geerntet werden und eine Mutter bereitete für alle Kinder der Schule die Bohnen zu.
Die Nachmittage und Abende sind in den Bergen unbeschreiblich langweilig! Man kann hier nichts machen (und meistens auch nichts sehen, weil man mal wieder in den Wolken hängt) Dazu, wie immer, Kälte und ein Schuss Regen. Wir vertrieben uns dann die Zeit mit Stadt, Land Fluss (mit Herdecker Erweiterungen wie: Film, Lied, Sänger, Biersorte etc. pp.), UNO, Kniffel und Kochen. Einem der zwei Arbeiter, die im Moment für CEPAS den Schulgarten anlegen,konnten wir auch mit viiieeel Geduld und Spucke Kniffel und UNO beibringen. Abends zockten wir dann mit den Lehrern Black Jack um 25 ct. Stücke. (…und zogen sie gnadenlos aus!!!)
Im höchstegelegensten deutschen Sterne-Restaurants in Panama wurden teutonische Köstlichkeiten wie Bratkartoffeln mit Rührei, Rösti und Kaiserschmarrn beritet. (Jaja, Rösti kommen aus der Schweiz und Kaiserschmarrn aus Österreich, aber das weiss hier ja keine Sau!) Dabei kann man getrost sagen, dass sich die beiden männlichen Köche eher in Richtung Johann Lafer bewegten, während die Kochkünste der Mädchen die eines Bratwurstverkäufers im Westfalenstadion nicht weit überstiegen.
Geschafft von einer Woche Wandern und Bibbern waren wir heilfroh, als es dann Freitag zurück nach Santiago ging.
Santiago de Veraguas
Nach einem erholsamen Wochenende mit dem ersten Besuch der Pazifikküste (Wassertemperatur entspricht Kinderbecken im Schwimmbad Herdecke und Salzgehalt dem Fleisch, welches Svenja in Alto Tólica fúr uns pökelte briet) ging für uns in Santiago die Arbeit weiter, während die Mädchen nach El Bale gingen.
Unser „jefe“ für diese Woche war Armando, welcher ein studierter Agronom, spezialisiert auf Bienen, ist. Unter seiner Anleitung reinigten wir leere Schnapsflaschen, die zu diesem Zweck gekauft wurden, und befüllten sie später mit Honig aus der letzten Honigernte.
Das hat ohne Frage viel Spass gemacht, auch aus dem Grund, dass jeder von uns sich mit Brot und Keks ca. einen halben Liter Honig selbst einverleibt hat. Weitaus interassentar als das Säubern von Flaschen und Befüllen derselbigen war ein Besuch der Communidad La Pintada, in der seit einiger Zeit das Honigprojekt durchgeführt wird (unterstützt durch den vom DWKP ausgerichteten Panamalauf). Hier konnten wir die Bienen aus nächster Nähe betrachten, und ihnen neuen Zucker geben, welchen sie für das Überleben im derzeitigen Winter, in dem es keine Blüten gibt, benötigen. Angezogen wie Astronauten (gar nicht so einfach, für die grossen Deutschen Anzüge zu finden
) wurden uns dann die ganzen Funtionen und der Aufbau eines Bienenstocks erklärt.
Dies war eine tolle Erfahrung, wenn man einem die Bienen aus 6 Bienenstöcken um die Ohren fliegen und man meint, auf der Autobahn zu stehen, weil es so laut ist. (Hier noch ein kleiner Tipp von mir (Moritz) am Rande: man sollte NIE in der Nähe von 6 rasenden Bienenstöcken auf die Idee kommen, seine Handschuhe auszuziehen, weil man die Konsistenz des Honigs überprüfen will- ich finde, ich bin mit 6 Stichen in der Hand noch ganz gut weggekommen) (Bemerkung von Simon am Rande: Selber Schuld!)
Soweit zu unserer Arbeit hier- noch ein Paar Sätze zur Freizeit: in nur einer Woche sind wir schon auf zwei Geburtstagen eingeladen gewesen ( Einmal der 82. von Opa Batista und der 4x.te von einem Onkel der Familie Perez) und zu mindestens 100 weiteren Verwandten entführt wurden. Das macht aber eigentlich immer Spass und man erweiter seinen Bekanntenkreis hier am Tag um ca. 20 Personen.
So, da habt ihr erstmal wieder eine ganze Menge Lesestoff. Morgen geht es dann nach Calobre, wo wir auf einer Baustelle zur Errichtung einer Küche und Speiseraums für Kinder mithelfen werden. DA dieses Dorf nicht völlig am Ende der Welt ist und es evtl. auch Telefon gibt, hoffen wir, uns von da wieder melden zu können.
Wir für unseren Teil haben jetzt Kohldampf und verabschieden uns bis zum nächsten Mal,
Gruss und Kuss,
Die letzten 2 Wochen…
12 September, 2008
So, nach langer Zeit mal wieder ein Eintrag an dieser Stelle. Wir sind zwar schon seit knapp einer Woche in Santiago, hatten aber bisher nicht wirklich viel Zeit (und vielleicht auch Lust
), einen Artikel zu schreiben.
Vor zwei Wochen, wurden wir Donnerstag früh abgeholt, um Lorenzo, einen Ingenieur von CEPAS, durch seinen Weg durch die Berge zu den abgelegenen Dörfern, die sich nicht mit dem Jeep erreichen lassen, zu begleiten. Ausgangspunkt sollte Alto Tólica, ein Dorf in dem die Maedels schon seit einiger Zeit arbeiten. Leider hatte das Auto auf dem Weg dann einen Defekt, so dass wir ab Buenos Aires (kennt ihr ja schon), den weiten, beschwerlichen Weg nach Alto Tólica mitsamt Gepaeck und Essen zu Fuss bestreiten mussten. Dieser Weg dauert ohne Gepäck ca. 3 Stunden, mit Gepäck dauerte er 4 Stunden, man klettert da teilweise recht abenteuerlich durch so Bachlaüfe. Doch als ob das nicht gerreicht hätte, fing es auch noch heftigst an zu regnen. Die Regentropfen wurden von solcher Wucht vom Wind auf die Erde geschleudert, so dass diese richtig weh taten. Dazu fiel die Temperatur um jeden Schritt, den wir an Höhenmetern zuruecklegten.
Völlig durchnässt kamen wir dann in Alto Tólica an, wo uns die Mädchen, die uns schon erwarteten, heissen Kakao gemacht hatten. An der Schule von Alto Tólica, in der auch Svenja und Franzi leben, duschten wir dann erstmal. (an eine heisse Dusche ist hier natuerlich nicht zu denken, denn dass Wasser kommt direkt aus den Bergen und hat deshalb auch die Aussentemperatur von ca. 12 Grad. Wenn einem dabei der Wind dabei um die Ohren fegt, da die Dusche oben offen ist, wünscht man sich in diesem Moment nach Deutschland zurueck, wo heisses Wasser kein Problem ist.) Lorenzo und wir rollten dann um halb neun die Isomatten aus, um schlafen zu gehen.- was anderes bleibt einem bei der Dunkelheit und Kälte hier oben eh nicht übrig)
Als der Regen dann aber aufgehoert hatte, wurden wir für die Unannehmlichkeiten des vorigen Tages mehr als entschädigt: Das Gefühl, wie im Flugzeug über den den Wolken zu sein, ist einfach einmalig!!!
Am nächsten Tag starteten wir dann die Wanderung über die Dörfer. Nach zwei Stunden erreichten wir das Dorf Quebrada del Satra, hier gab es nicht, wie teilweise in Buenos Aires, ein einziges Haus aus Stein, alle Menschen hier wohneten in Lehmhuetten, die besseren Huetten hatten wenigstens ein Wellblechdach, der Grossteil der Huetten war jedoch mit einer Art Reet abgedeckt.
Hier waren wir, da eine von CEPAS, auch mit Hilfe des Dritte Welt Kreises Panama errichtete, Wasserleitung, inkl. Wassertanks fuer den Sommer, sowie einer „Reinigungsanlage“, eingeweiht wurde. NAch einigen Stunden, wanderten wir jedoch weiter ins Dorf Las Filipinas, da hier eine Schule steht, in der wir uebernachten konnten. HIer gab es zwar eine Dusche, die funktionierte aber nicht, so das man sich mit einem Eimer und einer Schuessel duschen musste. Wenn alles klappt, werden Simon und ich in den Sommerferien in diesemtotal abgelegen Dorf einen Monat verbringen und bei den BAuarbeiten fuer eine Wasserleitung, sowie (genau wie in Quebrada Sartra) Wassertamks und Filteranlage mithelfen und diese gleichzeitig fuer CEPAS ueberwachen. Wir schliefen dann abends in der Schule, wo uns die zwei Lehrer ein hervorragendes Abendessen machten. Da die Schule Solarpannele hatte, gab es hier Strom, so dass wir mit den Lehrern dann abneds „Indiana Jones“ auf dem Fernseher gucken konnten- ein Hauch von Luxus wehte durch den Raum
Wir hatten grossen Respekt vor den Lehrern, die normalerweise in der Stadt leben und nur alle 2 Wochen nach HAuse koennen um ihre Familien zu besuchen.
Am naechsten morgen machten wir uns dann auf den Weg nach Jemé, einem anderen Dorf, wo auch eine Wasserleitung eingeweiht wurde. NAch der Einweihung und der Messe gab es dann eine Vorfuehrung von Taenzen und Gesaengen der Campesinos.
Nach diesem sehr interassen TAg folgte auch eine interessante Nacht: Wir schliefen das erste Mal in einer Lehmhuette! Ich muss zugeben, dass ich doch ein wenig Angst vor Schlangen und Spinnen hatte, die es hier in den Bergen gibt. Als ich dann jedoch eine Frau sah, die sicherlich schon ueber 80 war, dachte ich mir, dass auch sie in diesem Dorf bisher nichts damit zu tun hatte- dann werde ich auch eine Ancht ueberstehen.
Am Sonntag kehrten wir dann nach Alt Tólica zurueck wo wir die Wooche mit Arbeiten im Schulgarten verbrachten. Dazu gibt es dann in denn naechsten TAgen mehr, da ich auf gut Deutsch jetzt keinen Bock mehr habe, zu schreiben. Dann gibt es auch einen Artikel ueber das was wir im Moment hier in Santiago arbeiten- ich verrate euch schonmal, dass es mit was ganz Suessem zu tun hat- (Ihr könnt ja schonmal raten!)
Bis dahin wünschen wir euch Gesundheit, Glück und Geld,
Moritz und Simon



