¡Buenas!

Nach langem Warten lassen wir mal wieder etwas von uns hören.

Im Moment sind wir mal wieder für ein Paar Tage in Santiago de Veraguas um uns von den vergangenen vier Wochen etwas zu erholen. Diese hatten wir in Buenos Aires, einem Dorf im tiefsten Hinterland von Panama zugebracht. So kommen wir jetzt das ersre Mal wieder in den Genuss von fliessend warmem Wasser, grossen Supermärkten und vielen anderen Errungenschaften der Menschheit, vor allem aber Internet, weshalb auch dieser Artikel solange auf sich warten liess (Eszett gibt`s nicht!).

Vorhin haben Simon und ich überlegt, wo wir denn nun anfangen sollen und sind zu dem Ergebnis gekommen, das ein Text, der der Chronologie unseres Aufenthalts folgen würde ziiieeeemliiich lang werden und den Rahmen sprengen würde, deshalb werden wir zu Stichpunkten, die uns wichtig erscheinen jeweils einen kurzen Absatz schreiben, um euch so einen Einblick in unser und das Leben der Menschen in Buenos Aires zu geben.

Das Dorf:

Von Santiago aus fährt man ca. 2 Stunden auf der Panamericana, bevor man auf eine Schotterpiste abseits der Strasse abbiegt und nach ungefähr anderthalb Stunden heisst einen das Schild Bienvenidos a Buenos Aires im Dorf willkommen. Auf der Linken befindet sich dann direkt das Internat bzw. die Schule von Buenos Aires. Die ca. 50 Häuser des Dorfes befinden sich zum Grossteil an der ringförmig verlaufenden Hauptstrasse, wobei man hier eigentlich weder von Haupt- noch von -strasse reden kann. Einige Húschen sind aus Stein gebaut, mehr als die hälfte jedoch bilden die traditionellen Lehmhütten. In der Mitte des Kreises oder vielmehr Ovals befindet sich die recht neue Kirche von Buenos Aires sowie der Fussballplatz (Dazu später mehr). Das Dorf befindet sich in der Nähe des Flusses Río Cobre in einem Talkessel, welcher von den schönen grünen Bergen umgeben ist.

Unterkunft:

Wir wohnten in der ca. 16 Jahre alten Missionsstation des Ortes. Hier wohnen natürlich der Padre, einige Schüler des Internates, sowie die Mitarbeiter der Missionsstation.

Dort hatten auch wir unser Zimmer, sogar mit elektrischem Strom, was hier eine grosse Ausnahme ist: Das Zimmer bestand aus drei Betten (oder Pritschen?), einem kleinen Schreibtisch, sowie zwei Stühlen. Als wir hier das erste MAl reinkamen, dachten wir, uns trifft der Schlag: Es muffte, wie im feuchten Keller eines 100 Jahre alten Hauses. Der Blick is Badezimmer gab uns dann den Rest: Die Wand, die vorher angeblich mal gelb gewesen war, war im Bereich der Dusche vom Schimmel schwarz gefärbt.

Die Decke des Zimmers bestach zudem mit einem wunderbaren Wasserfleckendesign, welches sich aufgrund des undichten Wellblechs darüber veränderte. Mit dem sehr guten Reinigungsmittel „Clorox“ und einer Abdichtaktion des Dachs mit einem der Mitarbeiter des Missionszentrums bekamen wir diese Probleme einigermassen in den Griff.

Leute:

Unser „Jefe“ während unseres Aufenthaltes war der Priester Padre Niscasio Miranda, ein netter, jedoch schweigsamer Mann, dem die Leute von Buenos Aires vieles hinsichtlich der Verbesserung ihrer Lebensumstände zu verdanken haben. Während der Padre nur gelegentlich mit uns arbeitete, war für uns sein Mitarbeiter Rene wichtiger: Er sagte uns, was wir zu tun haben und ihn fragten wir bei Problemen. Ausserdem war er Leiter der örtlichen Pfadfindergruppe, die dieses Jahr das nationale Treffen der Rover von Panama organisierte. Auch dazu später mehr.

Dazu kommen noch viele ander Leute, die uns das Leben leichter gemacht haben. So zum Beispiel Padre Marcos in AC Mailand Trikot und Jogginghose, der immer lächelnde und uns umsorgende Koch Felix oder auch die Doctora sowie deren Mitabeiter/innen der kleinen Krankenstation.

Arbeit:

Die ertse Woche verbrachten wir mit dem Anstrich des Anbaus des „Casa Dusseldorf“, einem Laden, welcher mit deutschen Geldern (unter anderem des dritte Welt Kreises Panama) erbaut wurde, und in dem die Bauern der Umgebung ihre Erzeugnisse verkaufen sowieEssen aber auch Alltagsgegenstände wie Töpfe, Batterien etc. kaufen können. Dies war nicht die beste Arbeit, aber man lernte schon die wichtigsten Vokabeln der Baustelle.

Die restlichen drei Wochen verbrachten wir hauptsächlich mit der körperlich sehr anstrengenden Aufgabe, aus dem Sand des Flusses und Zement Steine zur Errichtung neuer Gebäude für die Infrastruktur des Dorfes herzustellen.

Freizeit:

Einen Teil unserer Freizeit verbrachten wir damit, mit den Jugendlichen des Dorfes Fussball oder Argolla India, einem sehr lustigen Spiel, bei dem man mit der Zeit seinen ganzen Kórper mit Schlamm einsaut zu spielen. Unser Abende verbrachten wir immer mal wieder im Haus der Ärztin und iher Mitarbeiter in deren Haus neben der Krankenstation mit Bingo spielen (gut für Simon, um die Zahlen draufzukriegen) oder auch nur mit gemütlichem Zusammensitzen.

Ab und zu konnten wir uns mittels des Fernsehers im Missionszentrum, der als einer von zwei im ganzen Dorf natürlich immer gut frequentiert war, über den aktuellen Stand der olympischen Spiele in Peking informieren und, wir gestehen, trotz des Verbots des Padres auch hin und wieder Wrestling guckten.

Ein besonderes Highlight für uns war mit Sicherheit das viertägige „Rover Moot Nacional“, ein Treffen von Rovern aus ganz Panama, das dieses Jahr zufällig in Buenos Aires stattfand. Von Rene wurden auch wir dazu eingeladen und von den Pfadfindern, die zum Grossteil aus Panama-Stadt kamen, herzlich aufgenommen. Wir machten einige coole Aktionen und sind ausser einer Super Erfahrung auch um E-MAil Addr. und Einladungen nach Panama-Stadt reicher.

Menschen:

In Buenos Aires direkt wird man aufgrund der enormen Verbesserungen der letzten JAhre, die besonders der Arbeit der Missionsstation und des Dritte Welt Kreises bzw. der Arbeit von CEPAS zu verdanken sind, nicht direkt mit enormer Armut konfrontiert. (Wobei eine Lehmhütte nach deutschen Massstäben natürlich auch nicht wirklich Reichtum ist.) Gerade weil die krankenstation ein ANlaufpunkt für die armen Indígenas der Umgebung ist, bekommt man hier die Armut zu spüren. So sind diese Menschen teilweise mehrere Stunden unterwegs umsich in der Krankenstation mit der sog. Crema, einem NAhrungsergänzungsmittel besonders für Kinder zu versoren. Besonders für die Kinder ist das Schicksal, in den Bergen leben zu müssen, sehr hart: So sind im letzten Jahr mehr als 40 Kinder in den umliegenden Bergregionen an Unterernährung gestorben. 

Essen:

Reis, Reis, Reis! Das Hauptnahrungsmittel der Panamaer, welches auch gerne mal drei Mal am Tag (mindestens aber mittags und abends) serviert wird, war auch der Grossteil unserer Nahrung. Dazu gibt es dann mal ein Stück Fleisch und Bohnen oder Linsen. Dazu gibt es dann ab und an mal Salat, sowie das Getränk „Chicha“, welches in ca. 1000 Geschmacksrichtungen in PAnama erhältlich ist. BEsonders gerne gab man uns: frische Zitrone (lecker!), Mais (geht so), merkwürdige, ölige Frucht (grauenhaft!), Kaugummi bzw. Kinderzahnpasta (süss ohne Ende, aber trinkbar). Generell konnte man sagen, dass das Essen in Ordnung war bis auf Eine Ausnahme: Die Hühnerfüsse konnten wir einfach nicht essen!!! 

Leider ist es hier auf dem Hotel-Rechner nicht möglich, Fotos hochzuladen, wir bemühen uns aber, in den nächsten zwei Tagen euch noch welche zu präsentieren.

Mit den besten Grüssen aus Santiago,

Simon & Moritz!

3 Antworten zu “Buenos Aires: una otra vida”

  1. babsi sagte

    wie spaß es macht, eure texte zu lesen…
    hört sich echt alles sehr spannend an.
    naja, wir haben das rovercamp gut überstanden.hat seeeehr viel spaß gemacht, außer dass es vielleicht zu nass war;-)
    morgen ist die ausstellung von grenzerfahrung in paderborn.werden da mit ein par rovern hinfahren…sammelt noch weiter schöne erfahrungen und ich freu mich auf die fotos:-)

    ganz liebe grüße von
    babsi

  2. Matze sagte

    Hola collegas,

    klingt ja gut bei euch….ber eine Frage hab ich trotzdem!

    ann Simon erst 2 oder schon 3 Sätze auf Spanisch sagen;-)?Ne, jetzt mal ohne Quatsch, wie klappts denn mit der Sprache?

    LG Matze

  3. Fabian sagte

    Hey ihr beiden, sind echt coole Texte die ihr da immer schreibt…super interessant.
    Ein paar Fotos wären echt ne feine sache.
    Viel spaß noch in den bergen und ich freu mich auf den nächsten bericht!

    lg
    fabian

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